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Auch in 2020 waren wir mit Beratung, Planung und Inspiration unterwegs für und in Deutschland

Wird Deutschland jetzt ein Fahrradland? Diese Frage habe ich November 2019 in einem Beitrag auf dieser Website gestellt. Rückblickend auf das Jahr 2020 und vorausschauend auf die kommenden Jahre beantworte ich diese Frage immer noch mit einem ‘Ja!’ – auch wenn man realistischer Weise sagen muss, dass es vielerorts auf der Straße nur langsam vorangeht. Aber es tut sich einiges in der deutschen Gesellschaft, in der Politik und in den Verwaltungen! Und das macht Mut! Auch die neuen nationalen Fördermittel des Sonderprogramms ‘Stadt und Land’ (Teil des Klimapaketes) werden sicherlich einen guten Schub für konkrete Planungen zur Verbesserung und Erstellung guter Radverkehrsinfrastruktur bedeuten.

 

Zu guter Radverkehrsinfrastruktur und nachhaltigen Mobilitätskonzepten haben wir auch in diesem Jahr wieder unsere Erfahrung und unser Know-how in Deutschland geteilt, z.B. als aktives Mitglied der Dutch Cycling Embassy und über den Beitrag von CEO Johan Diepens auf dem Future Mobility Summit 2020 des Tagespiegels.

In der Webinar Serie der DiFu habe ich einen Impulsvortrag zur Kreuzungsgestaltung in den Niederlanden gehalten und dabei auch Interesse für unsere Monitoring und Risikoanalysen von Knotenpunkten mit Hilfe von intelligenten Kameras und MicroTraffic© geweckt. Dazu erstellten wir jetzt auch ein deutschsprachiges Video.

Herne / Regionalverbund Ruhr

In der niederländischen Weltfahrradstadt Zwolle, wo wir eines unser drei Büros in den Niederlanden haben, haben wir im September einer Delegation der SPD Fraktion aus Herne mit Gästen aus dem Regionalverband Ruhr gezeigt und er-fahren lassen, wie Radverkehr in dieser Stadt nach jahrzehntelangem systematischen Investieren in gute Radverkehrsinfrastruktur funktioniert. Auch in 2021 organisieren wir gerne Study Tours und Arbeitsbesuche für deutsche Delegationen.

Corona-proof: Erklärungen des Radverkehrsbeauftragten der Stadt Zwolle vor dem neuen Stadtverwaltungsgebäude

In diesem Jahr waren wir mit Projekten in deutschen Städten und der nördlichen deutsch-niederländischen grenzüberschreitenden Region aktiv:

Berlin

Mut hatten, haben und machen in 2020 der Berliner Senat und der Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg mit dem Projekt ‘Einrichtung und Erweiterung temporärer Radverkehrsanlagen’, kurz: Popup-Bike-lanes. Das Ziel: in der COVID19 Pandemiesituation schnell mehr Platz für Radfahrende schaffen. Mit dem Bezirk haben wir zu diesem Mutmacher-Projekt das Handbuch zur Einrichtung und Erweiterung temporärer Radverkehrsanlagen (in 5 Sprachen) erstellt, das national und international zu mehr Mut und schnellem Handeln in der Radverkehrsförderung  inspirieren soll. Spannend wurde es, als der Senat die Pop-up-bike-lanes in juristischen Kämpfen verteidigen musste. Schließlich gab das Oberverwaltungsgericht Berlin-Brandenburg grünes Licht für das Einrichten von „Pop-up-Radwegen“ in Berlin nach dem im Handbuch beschriebenen Prozess und Ansatz.

Zur Situation in Berlin wurde von Geert Kloppenburg ein deutschsprachiges Podcast aufgenommen, in dem auch ich radfahrend durch Berlin interviewt wurde.

Münster

Auch in Münster geht es mit vielen Projekten voran. Wir machen die Vorplanung einer der sich in Planung befindenden Routen, der Veloroute 7. Sie soll die zukünftige Hauptradverbindung zwischen dem südlich von Münster gelegenem Ascheberg und dem Stadtzentrum werden.

Interreg-Regionen EDR und Euregio

Welche zeigenswerten Projekte und welche Projektideen zur Radverkehrsförderung gibt es in diesen Region? Und wie könnte man da erfolgreich grenzüberschreitend zusammenarbeiten – auch was z.B. die Herstellung von Lastenrädern, die Entwicklung von Software zur Datenerhebung und Leihfahrradsysteme für weniger große Städte betrifft? Dazu haben wir eine Erhebung gemacht und mit dem Büro DNL-contact im Auftrage der Provinz Goningen Workshops mitgestaltet und moderiert, um innerhalb dieses Bike-no-Borders Projektes Möglichkeiten für die deutsch-niederländische Zusammenarbeit in der Region zu identifizieren und Partner aus beiden Länder für Interreg-Projekte zusammenzubringen.

Lünen

Eine Grundschule sollte möglichst in einem verkehrsberuhigten Gebiet liegen, in dem die Schüler und Schülerinnen sich selbständig zu Fuß und auf dem Rad sicher bewegen können. Wie die Straßen im Gebiet der Viktoriaschule dazu umgestaltet werden sollten haben wir gerne für die Stadt erarbeitet.

Lünen, Februar 2020 – Viktoriaschule (Mobycon © )

Dortmund

Auch in Dortmund setzen wir uns dafür ein, dass Kinder selbstständig zu Fuß oder mit dem Fahrrad sicher zur Schule kommen. Dies tun wir im Rahmen des Projektes “Emmissionsfreie Innenstadt Dortmund”, wo wir die Maßnahme Mobilitätsmanagement in Grundschulen betreuen. Dieses Jahr wurde das Mobilitätsverhalten der Kinder ermittelt und in einem nächsten Schritt werden sichere Schulwegpläne erstellt.

Bremen

Kann man unterirdische Räume in der Innenstadt von Bremen, die in der Vergangenheit als Fußgängerpassage mit Läden und als Luftschutzbunker dienten erfolgreich als Fahrradparkhäuser nutzen? Dazu haben das Architektenbüro NOL>> und Mobycon für die Stadt Bremen eine Machbarkeitststudie erstellt. Ein spannendes Projekt zur immer wichtiger werdenden Herausforderung für Innenstädte: Fahrradparken!

Düsseldorf

Die Hauptstadt von NRW hat den Prozess zur Erstellung des Mobilitätsplans D gestartet. Die Ziele des Plans sind u.a. Leitlinien für die Verkehrsentwicklung bis zum Jahre 2030 zu definieren und für verschiedene Verkehrsbereiche konkrete Maßnahmen zu benennen. Eines der vier Arbeitspakete umfasst den Rad- und Fußverkehr, Verkehrssicherheit und die barrierefreie Gestaltung des Straßenraumes. Zusammen mit dem Ingenieursbüro nts haben wir im November die Arbeit an diesem Paket angefangen, um den Mobilitätsplan D mitzugestalten.

Auch in Zukunft möchten wir gerne als Mobycon mit Beratung, Planung und Inspiration dazu beitragen, dass in Deutschland die Verkehrswende gelingt – und dazu gehört die Perspektive, dass Deutschland auch ein Fahrradland wird!

 

Bernhard Ensink

‚Nachhaltige Mobilität für alle – das ist, worum es mir geht. Die Basis dafür bildet die Kombination und Integration der Sub-Systeme Zu Fuß Gehen, Radfahren und Öffentlicher Verkehr in einem nachhaltigen Verkehrssystem. Das ist essentiell für die Nachhaltigen Entwicklungsziele, insbesondere für Ziel #11: Nachhaltige Städte und Gemeinden. Gerne arbeite ich daran mit dem Mobycon Team und unseren Auftraggebern.‘

Strategischer Berater
b.ensink@mobycon.com
+31 (0) 6 12 54 29 31

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